Passives Investieren – Das Kommer Weltportfolio

Passives Investieren – Das Kommer Weltportfolio

Was ist passives Investieren?

Passiv investieren bedeutet den Markt nicht schlagen zu wollen, sondern die Durchschnittsrendite des Marktes erzielen zu wollen über Investments in Indexfonds und ETF’s (exchange traded funds). Bei dieser Strategie beobachtet der Investor seine Anlagen nicht regelmäßig, sondern setzt auf eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie mit einem global diversifiziertem Portfolio, das ausschließlich aus kostengünstigen Indexfonds und ETF’s besteht. Hier wird also auf aktive Anlagestrategien, wie der Kauf von Einzelaktien oder Market Timing (der Kauf zu einem besonders günstigen Zeitpunkt) verzichtet. Bei aktiven Fonds, die diese Techniken anwenden, fressen die Transaktionskosten und Managementkosten einen Großteil der Rendite auf.

 

Das Kommer Weltportfolio

Die drei Anforderungen an dein Weltportfolio sind im Prinzip die gleichen Anforderungen, die wir sowohl an unseren modernen Lifestyle, als auch an unsere Finanzprodukte haben:

  • Flexibel: lässt sich relativ schnell liquidieren
  • Unabhängig: für jeden einfach und ohne Finanzberater umzusetzen und anzupassen
  • Unkompliziert: man muss sich nicht dauernd kümmern, sondern lässt sein Investment über einen langen Zeitraum ruhen, häufiges An- und Verkäufen schmälert die Rendite

Diese Investmentstrategie ist also für unsere Anforderungen an moderne Finanzprodukte sehr gut geeignet. Doch wie wird es gebildet?

Schritt 1 – Risikobereitschaft festlegen

Da Rendite und Risiko, wie wir bereits wissen, unweigerlich miteinander verbunden sind,  musst du in Schritt 1 deine Risikobereitschaft bestimmen. Die Rendite ist der Lohn für das Risiko, das du trägst. Daher je höher dein risikobehafteter Teil  (RBT), desto höher deine Renditemöglichkeit, aber eben auch das Risiko. Dazu haben wir bereits einen Artikel veröffentlich, den du hier nachlesen kannst. Ein einfacher und sinnvoller Weg den RBT festzulegen wäre RBT= 100-Alter.

Schritt 2 – Asset Klassen 

Im nächsten Schritt erfolgt die Gewichtung der verschiedenen Asset Klassen, also die Aufteilung deines Vermögens auf die verschiedene Anlageklasse. Die Asset Klassen Aktien, Immobilien und Rohstoffe bilden den RBT, während die Klassen Anleihen und Liquide Mittel (Tagesgeld) den RFT (risikofreien Teil) bilden.

RBT:

  1. Aktien (ETF’s)
  2. Immobilien (Reits)
  3. Rohstoffe

RFT:

  1. Anleihen
  2. Liquide Mittel (zB. Tagesgeld)

Den Renditeschwerpunkt im risikobehafteten Teil bilden Aktien, da diese das größte Renditepotential unter allen Assetklassen besitzen. Aus Diversifikationsgründen und geringer Korrelation zu Aktien werden Rohstoffe und Immobilien beigemischt werden. Auch hier haben wir bereits einen Artikel zu veröffentlicht.

Schritt 3 – Marktkapitalisierung

Nun erfolgt die Gewichtung nach Marktwert (Größe), Large, Mid und Small Caps. Hier wird versucht eine gewisse Übergewichtung von Small Caps, Value Aktien und Schwellenländern zu erzeugen, um Faktorprämien zu erzielen. Faktorprämien sind renditeerhöhende Prämien für das Tragen eines leicht erhöhten Risikos.

Schritt 4 – Regionen

Die einzelnen Regionen können entweder nach ihrem BIP (Bruttoinlandsprodukt) oder nach Marktkapitalisierung erfolgen. Wir nutzen hier die BIP-Methode. Diese hat in der Vergangenheit die Marktkapitalierungsmethode leicht geschlagen, was aber nicht heißen muss, dass dies zukünftig auch der Fall ist.

Schritt 5 – Prozentualen Investmentanteil ermitteln

Anschließend berechnest du den Gesamtportfolioanteil und erhältst so die einzelnen Beträge deiner Investmentsumme, die in die jeweiligen ETF’s investiert werden.

Schritt 6 – ETF’s raussuchen und investieren

Hier könnt ihr die ETF’s Suche von justetf verwenden. Die Suche ist der übersichtlich und es gibt vielseitige Sortierungs- und Filtermöglichkeiten.

Für die meisten von euch wird dieser Schritt, der Teil der Umsetzung, am schwierigsten erscheinen. Daher wollen wir hier nochmal im Detail darauf eingehen, worauf es bei der Wahl der richtigen ETF’s für das Weltportfolio ankommt.

Die wichtigsten Auswahlkriterien nach Relevanz:

  1. Kleineres Total-Expense-Ratio (TER)
  2. Engere Geld-Brief-Spanne, niedrigerer Kaufkurs
  3. Kleine ETF’s 20-30 Mio. vermeiden > könnten aufgelöst werden
  4. Ausschüttungsart: thesaurierend besser als ausschüttend zum Vermögensaufbau > Reinvestitionskosten vermeiden

Kommer Weltportfolio passives investieren

 

Umsetzung mit konkreten Beispielprodukten

Für die Umsetzung mit konkreten Finanzprodukten stellen wir euch unser kostenfreies Weltportfolio-Tool zum herunterladen zur Verfügung. Dort müsst ihr nur noch eure selbstbestimmten Gewichtungen einteilen, eure Investmentsumme eintragen und erhaltet dann hinten die einzelnen Investmentbeträge je ETF:

Weltportfolio 1

Außerdem geben wir euch in dem Tool Beispiel ETF’s an, die allerdings nur als Beispiel dienen sollen. Es ist wichtig, dass du die ETF- Auswahl selber machst, um aktuelle Kurse und Daten zu berücksichten und um sicher zu gehen, dass du Produktauswahl für dein Portfolio verstanden hast.

Da das Weltportfolio nach Kommer sehr „kleinteilig“ ist und sich daher eigentlich nur für größere Investmentsummen lohnt (wegen der Transaktionskosten beim Kauf und im Rebalancing), stellen wir euch Vereinfachungen des Modells für kleinere Sparbeträge vor:

Vereinfachungen Weltportfolio

Bei den Vereinfachungen des Weltportfolios sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Also, wie immer, einfach mal loslegen. Denn nur wer investiert ist, verdient auch.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.